Addis Abeba, 2.11.2010

Liebe Mitglieder der iNAG,

ich hoffe, das eure AG erfolgreich läuft. Was mich angeht, denke ich, dass es wieder einmal an der Zeit ist, über die Aktivitäten hier vor Ort zu berichten. Eine gute Nachricht vorab: Heute Morgen habe ich die Nachricht erhalten, dass mein Antrag an die Deutsche Botschaft für ein sog. Kleinprojekt positiv beschieden wurde. Das heißt, dass zwei Schulen, die der „Pascal Teachers Group and Schools“ angehören eine Grundausstattung für naturwissenschaftliche Fächer erhalten, die sich hier im Lande sehen lassen kann. Dazu gehören Unterrichtsmaterialien für Physik und Chemie, ein Experimentiertisch und zwei Schränke, um die Sachen unterzubringen. Dieses Jahr habe ich auch noch je zehn Mikroskope für Biologie mit einbezogen. Die Anträge mit Kostenvoranschlägen habe ich schon vor Monaten eingereicht. Da wir aber eine neue Botschafterin vor Ort haben, ging es nicht richtig voran. Nun endlich liegt die Zustimmung vor, und ich kann loslegen, um alles zu bestellen, den Transport zu organisieren und vor allen Dingen zu bezahlen. Ich bin die Vertragspartnerin der Botschaft. Die betroffenen Schulen mitsamt ihren Schulleitern und Verwaltern kriegen keinen Pfennig in die Finger. Denen wird nicht getraut. Ich muss zu guter Letzt bei der Botschaft Belege vorlegen und abrechnen. Die Gesamtkosten betragen ungefähr 8.000 Euro. Ich hoffe, dass alles noch dieses Jahr über die Bühne geht, dann werde ich im nächsten Jahr einen weiteren Antrag stellen. Das alles geht nicht vom Geld des Pascal-Gymnasiums ab, aber die iNAG ist die Basis von allem. Die Botschaft, d.h. der zuständige Sachbearbeiter und die Botschafterin, haben sich bei der Zustimmung davon leiten lassen, dass die anzuschaffenden Gegenstände unter Anleitung benutzt werden, was sehr wichtig ist. Die iNAG ist also des Pudels Kern, und das ist sogar in meinem Antrag an die Botschaft nachzulesen.

Die Workshops für die Lehrer der beteiligten Schulen halten wir regelmäßig ab. Ich habe mich aber mit Anschaffungen zurückgehalten, weil nach so einer größeren Lieferung an bestimmte Schulen erfahrungsgemäß einige Lehrer selbst mit Vorschlägen kommen. Ich kann dann auch besser verteilen.

Gerade jetzt war ein deutsches Ehepaar hier, beides Augenärzte, die im Lande bereits mehrere Augenkliniken ins Leben gerufen haben, an denen fleißig am grauen Star operiert wird, was hier aufgrund der starken Sonneneinstrahlung noch häufiger vorkommt als in Deutschland. Diese Augenärzte haben vor einigen Jahren innerhalb einer Elementarschule, d.h. einer Schule vom 1. bis 8. Schuljahr, eine Abteilung für die Unterrichtung von blinden Kindern zusammen mit Sehenden gegründet und die Ausbildung von Lehrern hierfür finanziert. Jetzt haben sie von einer Gesamtschule in Bremen einen hohen Betrag zur Verfügung gestellt bekommen, mit dem sie in der gleichen Schule und in der Umgebung so ein Programm zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts aufbauen wollen. Es ist genügend Geld da, um in Deutschland pensionierte Fachlehrer anheuern zu können, die hier für kurze Zeit Lehrer anleiten wollen. Es wird nun versucht, die Dinge langsam in die Wege zu leiten. Die Unterrichtsmaterialien soll ich hier vor Ort kaufen. Für genügend Arbeit für mich ist also vorerst gesorgt. Mich freut dabei immer, wie die Saat aufgeht.

So, liebe Schüler der iNAG, das war vorerst das Neueste aus dem Projekt, das ihr euch auf die Fahnen geschrieben habt. In den Weihnachtsferien werde ich voraussichtlich nach Deutschland kommen und dann hoffentlich dazu kommen, euch in einer Sitzung zu besuchen.

Mit vielen Grüßen aus dem sonnigen Addis Abeba an alle, die sich für die AG interessieren

Ursel Stahlmann