Was ist ein Biotop?

Ein Biotop (Biotop <griech.>; bios „Leben“, topos „Ort“) ist der Lebensraum einer sog. Lebensgemeinschaft von Tieren, Pflanzen und Kleinstlebewesen (Mikroorganismen). Biotope sind Orte, an denen solche Lebensgemeinschaften, zum Teil äußerst unerwartet, existieren: Wälder, Seen, Tümpel, Äcker, Obstwiesen, Brachen, Bahnanlagen etc.

Als Folge der zunehmenden Bebauung, Erschließung, Industrialisierung und der intensiven Nutzung durch den Menschen, werden Biotope in voneinander isolierte „Inseln“ zerteilt. Dadurch wird das Überleben vieler Arten gefährdet.Austausch oder Wanderung von Pflanzen und Tieren wird dadurch erschwert oder gar ganz verhindert. Eine entscheidende Maßnahme zum Schutz des Naturhaushaltes ist die Entwicklung eines Biotopverbundsystems.

Was ist ein Biotopverbund?

Ziel eines Biotopverbundsystems ist es, die entstandene räumliche Trennung und die große Distanz zwischen den verschiedenen Biotopen zu verringern. Ein Biotopverbundsystem soll den Arten- und Genaustausch zwischen den verschiedenen Biotopen wieder herstellen. Barrierewirkungen (z.B. durch Straßen, großflächige Ackerflächen ohne Säume und Hecken) für Tier- und Pflanzenarten werden dadurch gemindert.
Ein Biotopverbundsystem besteht aus drei Hauptelementen:

Kerngebiete:
Großflächige Biotopkomplexe dienen den heimischen Arten als stabile Dauerlebensräume. Sie haben in der Regel eine Mindestgröße von 100 ha. Der Biotopverbund macht sich zur Aufgabe, Kernlebensräume zu vergrößern und zu optimieren.

Trittsteine:
Kleinflächige Biotope dienen Tieren und Pflanzen als Zwischenstation zur vorübergehenden Besiedlung. Sie gewährleisten den Austausch zwischen den Kerngebieten und stellen keine Dauerlebensräume dar.

Verbindungswege/Korridore:
Linienförmige Elemente, die Trittsteine und Kerngebiete miteinander verbinden, erstrecken sich entlang von Gehölzstreifen, Hecken, Bahnlinien, Gewässern, Säumen an Verkehrswegen und Böschungen. Lücken im Verbund sollen durch solche Verbindungswege geschlossen werden.

Extensiv genutzte Flächen besitzen keine oder nur eine geringe Isolationswirkung. Solche Flächen können eine wichtige Bedeutung im Biotopverbund besitzen.

Seit dem Jahr 2002 ist der Biotopverbund gesetzlich im Bundesnaturschutzgesetz (§ 3) verankert. Ein Biotopverbundsystem soll auf mindestens 10 % der Landesfläche entwickelt werden und eine landesübergreifende Wirkung haben. Bei der Aufstellung von Biotopverbundkonzepten, müssen die verschiedenen internationalen, nationalen und regionalen Verbundkonzepte kooperieren.

Eine international wichtige Verbundachse ist z.B. das große Flusssystem des Rheins. National bedeutend ist beispielsweise das Ruhrtal und regional für das Ruhrgebiet der Rhein-Herne-Kanal und die Emscher.

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